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Von Bianca Altendorfer, MSc | 20.04.2022

Willkommen am Arbeitsplatz der Zukunft! 7 Key Facts zu New Work!

Die zentrale Frage, wo und wann wir arbeiten, hat sich durch die Covid-19-Pandemie erheblich verändert. Experten sind sich jedoch sicher, dass sich dieser Trend nach der Pandemie fortsetzen und unseren Arbeitsalltag neu definieren wird.

In der heutigen Zeit ist der Arbeitsplatz zum Mittelpunkt unserer Leben geworden. Der New-Work-Ansatz geht davon aus, dass die Menschen ihre Freiheit (wieder) gewinnen und sich im Rahmen des Unternehmens als Persönlichkeiten entwickeln sollen. Im Mittelpunkt von New Work steht also nicht mehr die Produktivität, sondern die persönliche Entwicklung.

Was ist New Work?

Das Konzept New Work geht auf den amerikanischen Sozialphilosophen Frithjof Bergmann​​​​​​​ zurück und bezeichnet einen Wandel in der Arbeitswelt, der die kapitalistischen Arbeitsmodelle ("Old Work") gewissermaßen umkehrt. Anstatt Arbeit als Mittel zum Zweck zu sehen, stehen der Mensch und seine Bedürfnisse im Vordergrund. Das Konzept wird auch als "Arbeit 4.0" bezeichnet und impliziert, dass die Menschen "nicht leben, um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben".

“It is human nature to create things,
​​​​​​​not to sit in an office from nine to five.”

Richard David Precht, Philosoph and Publizist

Implementierung von New Work – die 7 Key Facts

  • Agilität:
    Geschäftsprozesse müssen flexibel und beweglich sein, um sie schnell an Veränderungen und unvorhergesehene Ereignisse anpassen zu können. Eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen und regelmäßigem Feedback basiert, ist wichtig, um Fehlertoleranz zu entwickeln und das Aufbrechen alter Gewohnheiten und Routinen zu gewährleisten.
  • New Office Konzepte:
    Flexible und dezentrale Arbeitsplätze fördern Kommunikation, Kreativität und neue Perspektiven. Sitz-Steh-Schreibtische, gemeinsam genutzte Arbeitsplätze, Räume für die Zusammenarbeit, Ruhezonen und Kabinen mit Privatsphäre sorgen für Abwechslung am Arbeitsplatz und ermöglichen es den Mitarbeitern, ihre eigenen Vorlieben zu wählen. 
  • Flache Hierarchien:
    Kurze Entscheidungswege, demokratische Führung, Handlungsfreiheit im Verantwortungsbereich und Wertschätzung tragen dazu bei, ein Umfeld zu schaffen, das den Bedürfnissen der Mitarbeiter entspricht
  • Job Rotation:
    Bei der Job Rotation geht es darum, dass Mitarbeiter andere Arbeitsbereiche im Unternehmen kennen lernen. Dies reicht von einer kurzen Probezeit bis hin zu einem vollständigen Rollenwechsel für einen bestimmten Zeitraum. Die Mitarbeiter entwickeln ihre Fähigkeiten und werden flexibler. So können kurzfristige Personalengpässe überbrückt werden. Außerdem entsteht ein Gefühl der Teamarbeit, was wiederum zu einer höheren Motivation und Produktivität im Arbeitsalltag führt. 
  • Job Sharing:
    Dieses Konzept setzt voraus, dass sich zwei oder mehr Personen einen Arbeitsplatz teilen. Jobsharing ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Teilzeitarbeit. Die einzelnen Mitarbeiter müssen als Team zusammenarbeiten und sich Arbeitszeit und Aufgaben selbständig einteilen. Als Team tragen sie die Verantwortung für ihre gemeinsame Rolle.
  • Digitale Nomaden:
    Digitale Nomaden haben keinen festen Wohnsitz und sind ständig unterwegs. Sie haben ihre Laptops dabei, damit sie ihre Arbeit unterwegs erledigen können. Dank geeigneter Technologien und digitaler Kommunikation mit dem Rest des Teams sind sie völlig flexibel in Bezug auf Arbeitszeiten und -orte.
  • Fluid Teams:
    Je nach Projekt können Teams immer wieder neu zusammengestellt werden. Sie arbeiten so lange zusammen, wie es für das Projekt notwendig ist. Danach werden die Teams wieder getauscht und die Aufgaben neu verteilt. Auf diese Weise kommen die unterschiedlichsten Mitarbeiter miteinander in Kontakt und können ihr Wissen erweitern.

Limitationen von New Work

  • Aufgrund der größeren Flexibilität müssen die Mitarbeiter die Fähigkeit haben, Verantwortung zu übernehmen, sich selbst zu organisieren und diszipliniert zu sein.
  • Neue Arbeit erfordert Organisation, Struktur und Koordination, um den Bedürfnissen der Mitarbeiter und des Unternehmens gerecht zu werden. Es müssen Regeln aufgestellt werden, um Chaos und Missbrauch zu vermeiden.
  • Experten warnen vor der "Allzeitverfügbarkeit der Arbeitnehmer". Einige Arbeitnehmer werden Schwierigkeiten haben, Arbeit und Freizeit zu trennen.
  • Bislang gibt es noch keine Langzeitstudien darüber, ob dieses Konzept die Unternehmen langfristig erfolgreicher macht. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den Vordergrund zu stellen, motiviert sie und hält sie zufrieden. Einige Experten warnen jedoch davor, die Seite des Kunden aus den Augen zu verlieren.

Beispiele von Work best practices

  • Perpetual Guardian:
    Das Unternehmen in Neuseeland stellte auf eine 4-Tage-Woche um und berichtet von größerer Zufriedenheit, weniger Stress, mehr Zeit für die Familie und mehr Gewinn für das Unternehmen.
  • Emagnetix:
    Die Online-Marketing-Agentur mit Sitz in Oberösterreich stellte auf eine 30-Stunden-Woche mit einem Vollzeitgehalt um.
  • Salesforce:​​​​​​​
    Das Cloud-basierte Softwareunternehmen erklärte, dass "der 9- bis 5-Tage-Arbeitstag tot ist" und bietet seinen Mitarbeitern drei Möglichkeiten zu arbeiten: vollständig ferngesteuert, im Büro oder in einer flexiblen Mischung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Konzept New Work die Mitarbeiter im Unternehmen und ihre potenzielle persönliche und berufliche Entwicklung in den Mittelpunkt stellt. Das Konzept fördert die Digitalisierung, Innovation und Autonomie. 

Um das Konzept umzusetzen, muss sich die gesamte Kultur und Denkweise eines Unternehmens ändern. Strukturen müssen sich auflösen und die Idee von New Work muss von jedem Manager und Mitarbeiter gelebt werden.

Bildquellen
Shutterstock

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