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Von Mag. Bertram Klinger | 22.03.2021

10 Anzeichen für eine vergiftete Unternehmenskultur

Headhunting & Executive Search Personal- & Org.-Entwicklung

Die Organisationskultur ist einer der entscheidenden Faktoren zur Erreichung von Zielen. Wie Peter Drucker sagen würde: "culture eats strategy for breakfast“.

Als Mitglied der CFR Global Executive Search Group ist TRESCON in über 30 Ländern weltweit vertreten. Unser Personalberatungs-Partner in Irland/Dublin – Robert Ferry von RFC – hat sich dem Thema der Unternehmenskultur gewidmet. Wir fassen für Sie gerne nochmals die wesentlichen Punkte zusammen!

​​​​​​​Unternehmen mit einer negativ behafteten Unternehmenskultur haben meist ein gemeinsames Problem – sie sind vor allem mit internen Problemen aufgehalten, anstatt sich um den Markt, die Produktion, die Weiterentwicklung der Produkte oder die internen Prozesse zu kümmern. Die dabei verlorengegangene Energie bremst die Entwicklung des Unternehmens oft massiv. Und Führungskräfte sind verantwortlich für diese Situation!

Kununu ist in Österreich die Plattform zu Bewertung von Unternehmen. Doch noch nicht bei allen Führungskräften (vor allem in der älteren Generation) hat sich die Bedeutung dieses Mediums herumgesprochen. Grundsätzlich sind einzelne Einträge durchaus kritisch zu betrachten (sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne). Trotzdem können bei der Betrachtung der Durchschnittswerte fraglos auch Rückschlüsse auf die Unternehmenskultur geschlossen werden. Und um es positiv zu sehen – hier wird transparent widergespiegelt, wie sich der Einsatz zur Weiterentwicklung der eigenen Unternehmenskultur nach außen hin entwickelt!
 

Folgende 10 Kriterien sind auch für Sie entscheidende Anzeichen für den Status einer Unternehmenskultur:

1. Hohe Mitarbeiterfluktuation

Eine offensichtliche Sache. Im Allgemeinen ist eine Rate von 10 % akzeptabel, da sie Beförderungen und Neueinstellungen ermöglicht, ohne dass es zu einem massiven Talent- und Informationsabfluss kommt. Wenn die Fluktuation darüber hinausgeht, ohne dass Sie wissen, warum, sollten Sie Ihre Unternehmenskultur genauer unter die Lupe nehme!

2. Überforderung der Mitarbeiter

Ist es üblich, dass Leute in neue Arbeitsbereiche oder Projekte hineingeworfen werden und selbst "schwimmen lernen"? Seien Sie als Führungskraft vorsichtig! Die Balance zwischen Sicherheit und Ungewissheit zu finden, ist für viele eine schwierige Aufgabe. Nimmt die Ungewissheit überhand und Krankenstände und Burnout-Raten steigen, dann ist dies ein sicheres Zeichen für eine ungesunde Kultur.

3. Fristen werden nicht eingehalten.

Das Nichteinhalten von Deadlines und Vereinbarungen – und zwar nicht nur gelegentlich und aus gutem Grund – ist ein weiterer Warnhinweis. Normalerweise deutet dies auf einen Mangel an Bereitschaft hin, Verantwortung zu übernehmen.

4. Schlechte Kommunikation

Menschen bleiben für sich oder teilen Gedanken und Informationen nur mit ein oder zwei anderen Personen. Möglichkeiten zum interaktiven Austausch (sowohl persönlich als auch online) werden nicht gefördert und Silo-Mentalität ist weit verbreitet.

5. Anerkennung oder Belohnungen spiegeln nicht die Leistung wider

Anerkennung und Belohnung sind ein wichtiger Bestandteil der eigenen Karriere. Wenn es an "Fairness" oder auch nur an wahrgenommener Fairness mangelt, werden sich die Mitarbeiter wahrscheinlich nicht gewürdigt fühlen. Dies führt zu Unzufriedenheit und Negativität. Nicht das, was Sie als Führungskraft in Ihrer Organisation wollen.

6. Vielbeschäftigt zu sein, ist ein Ehrenzeichen

Geschäftig auszusehen und herumzuhetzen wird als Qualitätsmerkmal einer Arbeit angesehen? Und zwar mehr als das tatsächliche Erreichen von Zielen? Werden Sie sich über die geradlinige Beziehung zwischen Zielen, Rollen und Prozessen klar!

7. Schnelligkeit des Handelns

Dinge werden erledigt, aber viel langsamer, als Sie es sich erwarten. Besonders im Vergleich zu anderen Abteilungen oder Wettbewerbern. Ein weiterer klarer Hinweis.

8. Krankentage sind hoch

 Die Krankheitstage sind hoch, psychische Probleme nehmen zu. Das Umfeld wird als ungesund empfunden, ohne wirklich zu wissen warum?!

9. Keine Zeit für Beziehungen oder Empathie

Der Schwerpunkt der Organisation liegt auf der Erledigung der Arbeit, persönliche Belange werden nicht berücksichtigt. Es gibt wenig oder keine Zeit für Small Talk, Feiern, Team- oder Organisationsgespräche, die notwendig sind, um Beziehungen und Teamgeist aufzubauen. Welcher positive und motivierte Mensch möchte viel Zeit in einer solchen Umgebung verbringen?

10. Die Arbeitszeiten sind rigoros festgelegt

8 Stunden täglich oder nahe daran werden immer eingehalten. Flexible Arbeitszeiten werden nicht genutzt. Die sogenannte Extrameile zu gehen, ist im Unternehmen unbekannt. Ebenfalls ein Warnhinweis für Führungskräfte!

 

Die Veränderung der Organisationskultur ist ein anspruchsvoller Prozess, aber nicht unmöglich. Vor allem Führungskräfte sind hier gefordert! Ein gemeinsames Leitbild und vor allem Unternehmenswerte, die greifbar sind und gelebt werden, sind die Basis dafür. Führungskräfte müssen Leader sein – sie müssen Rahmenbedingungen schaffen, in welchen sich eine positive Unternehmenskultur entwickeln kann. Und sie müssen vor allem ständig daran arbeiten, dass diese Bedingungen auch gelebt werden. Mit sich selbst als Vorbild!

Unternehmen tun gut daran, laufend in die Führungskräfteentwicklung zu investieren. Oft ist es bereits hilfreich, durch Kompetenzanalysen und eine Führungskräfteevaluierung den Status quo zu evaluieren. Dadurch lassen sich ideale Entwicklungsmaßnahmen ableiten und bestehende Führungskräfte als Zugpferde für eine positive Unternehmenskultur nutzen. Selbiges gilt auch bei der Auswahl neuer Führungskräfte in Recruiting-Prozessen.

Beides ist die Basis für eine positive Unternehmenskultur und eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung – mit einem sehr angenehmen Nebeneffekt – es bereitet viel Freude, in einer derartigen Organisation zu arbeiten!

Bildquellen
Shutterstock

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