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23.06.2021
Lesedauer: 6 min

Oberösterreich bei internationalen Fachkräften gefragt

Recruiting Trends & Tools

Trotz Corona und Reisebeschränkungen wollen zahlreiche Fachkräfte und junge Talente in Oberösterreich leben, arbeiten und studieren. Im Welcome2Upper Austria Service Center der oö. Standortagentur Business Upper Austria finden sie Unterstützung und Begleitung beim Ankommen und Einleben.

Als Export-Bundesland Nr. 1 sind wir in vielen Branchen ständig auf der Suche nach Fachkräften. Wir können aber den Bedarf nicht selbst decken, daher suchen viele Unternehmen auch im Ausland nach Personal. Dabei werden sie kräftig von Business Upper Austria unterstützt. Die oö. Standortagentur geht gezielt über die Grenzen hinaus und präsentiert Oberösterreich​​​​​​​ als attraktive Arbeits-, Lebens- und Studienregion im In- und Ausland.

Orientierungshilfe für den Start

Um Internationals langfristig in Oberösterreich zu halten, müssen sie vor Ort entsprechend betreut werden. Damit der Start in der Wahlheimat optimal verläuft, begleitet das Welcome2Upper Austria Service Center​​​​​​​ (W2UA) in allen Belangen, die beim Einleben wichtig sind. Ein zentrales Instrument dafür ist der englischsprachige Pocket Guide, der 2021 neu aufgelegt wurde. Das Taschenbuch enthält auf mehr als 100 Seiten Tipps für einen gelungenen Start in Oberösterreich.

Weltkonzern schätzt das Angebot

Die weltweit tätige Fronius International GmbH setzt den Pocket Guide schon seit längerer Zeit ein. „Der Guide stellt für uns ein wichtiges Instrument im Onboarding-Prozess internationaler Fachkräfte dar“, sagt HR-Manager Manfred Wolfschwenger. Aus seiner Sicht ist der Guide ein tolles Nachschlagewerk: „Er klärt Fragen aus allen Lebensbereichen: von A wie Ausfüllen von Formularen über K, wie Kinderbetreuung bis hin zu Z wie Zweckänderungsantrag.“

Intensive Betreuung

Evelyn Hetzinger von W2UA hat heuer schon mehr als 90 Anfragen erhalten: „Derzeit betreue ich acht Familien sehr intensiv für acht verschiedene Firmen, es kommen aber auch ganz viele einzelne Fragen zwischendurch. Ich bin im ständigen Austausch mit den Internationals, die ich einmal betreut habe, und baue eine langfristige Beziehung zu ihnen auf. Die Themen ändern sich, wenn die Internationals schon länger da sind, aber es kommen trotzdem laufend neue Fragen auf.“

Schub durch Pandemie

Wieso gerade jetzt so viele Betreuungsanfragen kommen, hängt laut ihrer Erfahrung gerade mit Corona zusammen. Botschaften waren teilweise geschlossen, daher konnten Internationals keine Anträge für die Rot-Weiß-Rot-Karte stellen. Bei manchen hat sich die Ankunft in Oberösterreich wegen der Pandemie auf heuer verschoben. Und durch Corona gab es einen Schub in der IT-Branche: Unternehmen suchen zahlreiche IT-Fachkräfte, die sie in Österreich nicht mehr finden und daher ausländische Expert*innen einstellen. „Ich betreue fast ausschließlich IT-Fachkräfte, ganz selten kommen Anfragen aus anderen Bereichen, hin und wieder noch aus der Forschung“, sagt Hetzinger.

Beliebt als Lebens- und Arbeitsort

Oberösterreich ist deshalb gerade sehr gefragt, weil es in Linz die International School um 200 Euro im Monat gibt. Für eine vergleichbare Schule in Wien zahlt man durchschnittlich 28.000 Euro pro Jahr. Der Service von W2UA ist übrigens kostenlos – auch das ist österreichweit einzigartig. Evelyn Hetzinger empfiehlt: „Sobald es eine Jobzusage gibt, sollen sich Internationals bei uns melden; dann können wir von Anfang an unterstützen. Je früher wir es wissen, umso besser können wir unterstützen.“

Nicht auf die Familie vergessen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die langfristige Bindung der Internationals ist die Partnerinnen-Betreuung. In den meisten Fällen ist es nämlich der Mann, der eine neue Arbeitsstelle in Oberösterreich antritt, weiß die Beraterin: „Die Frauen haben oft die gleiche Ausbildung wie der Ehemann, bekommen aber keinen Job in Österreich und dann geht die ganze Familie wieder.“ Hetzinger ist überzeugt: „Auf die Partnerinnen wird oft vergessen, man hat mit ihnen aber eigentlich sehr hoch qualifizierte Leute – dieses Potenzial muss in Zukunft besser genutzt werden.“ Am häufigsten unterstützt W2UA bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung, Schule oder Kinderbetreuung.

 

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Bürokratische Herausforderungen

Sämtliche Behördenwege – vom Ummelden des Autos bis zum Antrag zur Rot-Weiß-Rot-Card – gehören ebenso zum Beratungsangebot wie Kultur und Social Events. Gerade in den vielen bürokratischen Hürden sieht Hetzinger die größte Herausforderung – sowohl für die Internationals und deren Arbeitgeber als auch für sich selbst und die Behörden. Besonders komplex sei das Thema Rot-Weiß-Rot-Karte. „Dadurch verlieren wir Leute, Bürokratismus erschwert das extrem. Es wirkt auch nicht sehr wertschätzend: Wir machen es den Internationals viel schwerer, als es sein müsste, obwohl wir die Fachkräfte ja brauchen“, bedauert Hetzinger.

Schulfrage für Kinder ist wichtig

Einen telefonischen Hürdenlauf absolviert die Beraterin auch oft durch die Schulbehörden, bis sie alle Infos erhält. Beispiel: „Was tut man, wenn eine Viertklässlerin kommt und nicht Deutsch kann?“ Was in vielen Ländern schon üblich sei, nämlich voll möblierte Wohnungen inklusive Geschirr und Besteck für internationale Arbeitskräfte, gebe es außerdem bei uns noch überhaupt nicht.

Angebot wird ausgebaut

Demnächst soll das Angebot von W2UA erweitert werden. Im Sommer soll ein eigenes Büro in der Linzer Tabakfabrik bezogen werden. Dort können Internationals dann individuelle Beratungstermine buchen. Geplant sind außerdem regelmäßige Veranstaltungen und ein fixer Stammtisch für Internationals, damit sie sich mit anderen Internationals austauschen können. Auch Deutschkurse und interkulturelle Trainings – für Betriebe und Internationals – sind geplant.

Integration globaler Talente

Zusätzlich zum Pocket Guide ist heuer auch ein Study Guide erschienen, der internationalen Studierenden praktische Tipps zum Leben, Arbeiten und Studieren bietet. Er ist kostenlos und steht zum Download​​​​​​​ zur Verfügung. Ausländische Studierende werden über die Plattform https://www.welcome2upperaustria.com/career-platform​​​​​​​​​​​​​​ mit oö. Betrieben vernetzt, um sie in den heimischen Arbeitsmarkt zu integrieren.

 

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Evelyn Hetzinger

CARE AREA / EXPAT
All around Upper Austria

Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur GmbH

www.welcome2upperaustria.com

 

 

Bildquellen
Businnes Upper Austria

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