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05.04.2022

Babyboomer - wenn das Wissen in Pension geht

Lesedauer: 4:00 min

Ohne “Wissen“ läuft heute gar nichts mehr. Verlassen Menschen eine Organisation, verlässt auch ihr Wissen die Organisation.

Sind einmal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus einer Organisation ausgetreten, so ist auch das Wissen dieser Menschen nicht mehr verfügbar. Manch Organisation ist schon durch kurzzeitige Abwesenheiten sehr gefordert – manche von ihnen dabei sogar überfordert. So können Urlaub oder Krankenstand den normalen Ablauf gehörig durcheinanderbringen. Veränderte Arbeitswelten, wie beispielsweise Väterkarenz oder Homeoffice, verstärken die Problematik.

Wissen in Gefahr - das Wissen einer ganzen Generation wandert ab

Der Weggang oder die Nichtverfügbarkeit von Personal kann ein Unternehmen gefährden. Fehlendes Wissen wirkt sich unmittelbar auf die Organisation selbst als auch auf die Außenbeziehungen, speziell zu den Kundinnen und Kunden, aus. Erhöhte Kosten und Einbußen bei der Qualität von Produkten und Dienstleistungen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit.

Die demografische Entwicklung verschärft das Problem, denn die Babyboomer gehen in Pension und von den geburtenschwächeren Jahrgängen rückt nichts nach. Ein wirtschaftlicher Aufschwung verschlimmert diese Situation nochmals. Arbeitskräftemangel ist kein regionales, sondern ein globales Problem. Mit vermehrten Abwerbeaktivitäten zwischen den Ländern ist künftig zu rechnen. International aufgestellte Marken haben hier einen Vorteil.

Das Land Oberösterreich geht beispielsweise davon aus, dass in einem Zeitraum von 10 Jahren durch Pensionierung und Fluktuation rund 50% der derzeit im Landesdienst arbeitenden Menschen den Landesdienst verlassen. So wie es dem Land Oberösterreich geht, geht es vielen Organisationen und Unternehmen quer durch alle Branchen. Der dadurch entstehende Einfluss auf die Kultur, auf das praktizierte Miteinander, auf die Kommunikation und vor allem auf die Wissensbasis dieser Organisationen ist enorm.

Wie verbleibt relevantes Wissen in der Organisation und im Unternehmen?

  • Der zielgerichtete Umgang mit Wissen ist nichts, das sich so nebenbei von heute auf morgen umsetzen lässt. So wie in jedem erfolgreichen Sportverein die Nachwuchsarbeit wesentlich für künftige Erfolge ist, ist auch beim Thema Wissen eine vorausschauende Planung erforderlich. Das erfordert eine strategische Betrachtung und ist ganz klar eine zentrale und kontinuierliche Führungsaufgabe.
  • Bei geplanten Abgängen, wie beispielsweise durch Pensionierung, kann mit einem begleitenden und strukturierten Wissenstransfer wertvolles Wissen gesichert werden. Der Nutzen übersteigt den Aufwand um ein Vielfaches. Selbst wenn es einmal zu einem ungeplanten Abgang kommt, stehen Möglichkeiten zur Verfügung, um den Verlust des Wissens zu reduzieren. Verwenden Sie so einen Anlassfall als Startsignal, um sich grundsätzlich und vor allem ganzheitlich mit dem Thema Wissen zu beschäftigen.
  • Es macht Sinn, erfolgskritisches Wissen auf mehrere Köpfe zu verteilen und sich über den gezielten Transfer und die Entwicklung von Wissen Gedanken zu machen. Lernen ist ein Prozess. Vor allem ein sozialer Prozess. Und Prozesse brauchen Zeit.
  • Es gibt eine Reihe von Methoden, die für einen zielgerichteten Umgang mit Wissen zur Verfügung stehen. Mit dem richtigen Methodenmix kann Wissen gesichert und dem Verlust von Wissen vorgebeugt werden. Fragestellungen wie „Welche Kultur braucht es, damit die Weitergabe von Wissen auch wertgeschätzt wird?“ oder „Wie interessant bin ich als Marke für bestehende und für künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?“ sind im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung ebenso relevant.
  • Warten Sie nicht auf den großen strategischen Wurf, sondern starten Sie damit, wo der Schmerz gerade im größten ist. Starten Sie jedoch jetzt!

Wurden die ersten Schritte in Richtung eines zielgerichteten Umgangs mit Wissen unternommen, schaffen Sie damit einen Nährboden für Innovation und für eine effektivere und effizientere Organisation. So erzielen Sie einen wesentlichen Beitrag für den Erfolg der Organisation.

Sehen Sie nicht untätig zu

Ohne “Wissen“ läuft heute wirklich nichts mehr. Wissen ist die zentrale Ressource, mit der heute Leistungen in unseren Organisationen hervorgebracht werden. Bedingt durch die demografische Entwicklung verlieren wir viele erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Pensionierung. Neben dem fluktuationsbedingten Verlust von Wissen droht mit dem geplanten Ausscheiden älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wissens- und Erfahrungsverlust einer ganzen Generation. Es besteht dringender Handlungsbedarf, andernfalls verlässt mit den Menschen auch das relevante Wissen die Organisation oder das Unternehmen. Und das kann richtig weh tun!

Wenn es schon weh tut und Sie Fragen zur Bewahrung des wertvollen und erfolgskritischen Wissens von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder zur Vermeidung von Wissensverlust haben, dann kontaktieren Sie Ing. Mag. Harald Lerchner, MBA. Sinnvollerweise melden Sie sich bei ihm, bevor es richtig weh tut :)

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Gastautor Ing. Mag. Harald Lerchner, MBA konnte umfassende berufliche Erfahrungen während seiner Lehre, als Servicetechniker, als Trainer in der Erwachsenenbildung und als CIO in einem Automobilzulieferbetrieb sammeln. Diese Kompetenzen setzt er heute als selbständiger Unternehmensberater und als Universitätsassistent in der Forschung und Lehre an der Universität Linz ein.

 

 
  

 

Bildquellen
Ing. Mag. Harald Lerchner, MBA, Shutterstock

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