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Von Nicole Handschuh, MA | 21.06.2021
Lesedauer: 6 min

Boomerang Recruiting - Wiedereinstellen von früheren Mitarbeitern?

Recruiting Trends & Tools

Haben Sie schon einmal einen früheren Mitarbeiter wieder eingestellt? Ist Boomerang Recruiting ein Tabu-Thema oder birgt es auch Chancen?

Ein Mitarbeiter verlässt aufgrund einer neuen Karrierechance oder einfach dem Wunsch nach einer Veränderung Ihr Unternehmen – und nun – einige Jahre später klopft dieser nun wieder bei Ihnen an? Welche Risiken, aber auch Chancen würde eine Wiedereinstellung ergeben?!

Wir legen Ihnen ans Herz, sich mit diesem Thema - nicht zuletzt aufgrund des umkämpften Bewerbermarktes - ab sofort zu beschäftigen. Es birgt nämlich auch Potenziale und Vorteile, die Sie sich zunutze machen könnten.

Wiedereinstellung früherer Mitarbeiter – Boomerang Recruiting

Wie der Begriff Boomerang Mitarbeiter und Boomerang Recruiting schon vermuten lässt, betrifft dies frühere Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben, aber wieder zurück ins Unternehmen kommen (möchten). Um dieses Thema firmenintern überhaupt zuzulassen, bedarf es einer Abgrenzung zu persönlichen Empfindlichkeiten – vor allem auf Ebene der Führungskräfte: Loyalität endet nicht notwendigerweise, wenn Mitarbeiter andere Möglichkeiten nutzen und weiterziehen. (Jungen) Mitarbeitern steht ein langes Arbeitsleben bevor und diese wünschen sich mehr und mehr die Flexibilität, weitere Erfahrungen zu sammeln und verschiedene Wege zu verfolgen, ohne dabei die Brücken hinter sich zu verbrennen.

Chancen erkennen

Oft liegt es jedoch an der Haltung des Unternehmens bzw. der Führungskräfte und deren Verhaltensweise im Zuge des Ausscheidens eines Mitarbeiters, welche einen fahlen Beigeschmack beim (Ex-)Arbeitnehmer hinterlässt. Ein von Stolz und Enttäuschung bestimmtes Verhalten während der Zeit von Kündigung bis zum Ausscheiden wird die Chancen des Rehirings verwehren. Diese Entscheidung einer Wiedereinstellung sollte objektiv getroffen werden. Sie sollten sich die Frage stellen – „Würde ich Frau/Herrn Mayer wieder einstellen, wenn ich rein die fachliche und persönliche Expertise in der Zeit der Aktivitäten in unserem Unternehmen bewerten muss?“. Wenn Sie das mit JA beantworten können, dann sollten Sie definitiv eine Wiedereinstellung in Erwägung ziehen und die Vorteile daraus nutzen:

  • die Kandidatenansprache und der Recruiting Prozess ist deutlich kostengünstiger und effizienter
  • die Kollegen, die Organisation und Abläufe sind bekannt - eine lange Einarbeitungszeit entfällt, was zu einem weniger zeitaufwändigen und kostengünstigeren Onboarding-Prozess führt
  • beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen – die Wahrscheinlichkeit ist hoch für die Passung im Unternehmen und zur Unternehmenskultur; dem Mitarbeiter sind die Gegebenheiten im Unternehmen sowie die Erwartungshaltung des Unternehmens vertraut
  • die „neuen“ Mitarbeiter bringen neue Fähigkeiten, Erfahrungen und einen breiteren Blickwinkel ins Unternehmen mit

Führungskräfte sollten Entwicklungsschritte verstehen und für gut empfinden

Die Offenheit für die Wiedereinstellung von Mitarbeitern sollte vor allem in Hinblick auf den Fachkräftemangel und den umkämpften Bewerbermarkt in alle Unternehmen einziehen sowie Prozesse dafür etabliert werden.

Ob ehemalige Mitarbeiter eine Rückkehr erwägen, hängt nämlich davon ab, unter welchen Bedingungen diese gegangen sind. Und hier ist Haltung des Unternehmens bzw. der Führungskraft entscheidend. Persönliche Empfindlichkeiten und infantile Eitelkeiten wie Stolz und Enttäuschung dürfen keinen Platz finden. Nach dem Motto: „Wer uns verlässt, braucht hier nie wieder auftauchen…“. Hingegen sollten Führungskräfte diesen berechtigten Entwicklungsschritt verstehen und sich persönlich davon distanzieren. Gelegentliche Jobwechsel sind natürlich und fördern die persönliche sowie berufliche Entwicklung der Mitarbeiter.

 

Neben dieser Haltung des Unternehmens und aller Personen spielen auch die Prozesse des Unternehmens eine Rolle.

Wesentlich ist, das Boomerang Recruiting in die HR-Strategie einzubinden. Das Ausscheiden aus dem Unternehmen gehört genauso zur Employee Experience wie auch das Onboarding.

Professionelles Exit Management – das Offboarding oder „Was denkt ein Mitarbeiter über das Unternehmen, wenn es dieses verlässt?“

Die Zeit von der Kündigung bis zum letzten Tag sollte möglichst positiv für beide Seiten gestaltet werden. Wertschätzung und Verständnis sind dabei die Basis – professionelle Strukturen jedoch ebenso eine Voraussetzung. Dies fördert, dass Mitarbeiter das Unternehmen in guter Erinnerung behalten, und das Unternehmen strukturiert die letzten wichtigen Schritte durchführt. Dieses reicht vom Austrittsgespräch, Sichern des Wissenstransfers durch konkrete Schritte, Festlegen der offiziellen Dokumente, die für den Austritt angefertigt werden, bis hin zum Abstimmen, wann welche Gegenstände oder Zugriffe übergeben werden.

Auch dem Arbeitnehmer muss in dieser Phase bewusst sein, dass sein Ruf davon abhängt, wie sein Verhalten in diesen letzten Tagen bzw. Wochen ist. Zeigt dieser bis zuletzt Einsatz und Loyalität, ist er offen für den Wissenstransfer, übergibt dieser seinen Verantwortungsbereich gewissenhaft, und vieles mehr ist entscheidend für den letzten bleibenden Eindruck, ob eine Wiedereinstellung in Frage kommen kann.

In Kontakt bleiben

Um einem ehemaligen Mitarbeiter die Wertschätzung sowie die Bereitschaft für offene Türen aufzuzeigen, wird empfohlen, Kommunikationskanäle zu schaffen, die es ermöglichen, weiterhin in Kontakt zu bleiben. In manchen Unternehmen gibt es eine „Alumni-Club“ Plattform, um dort Informationen aus dem Unternehmen zugänglich zu machen und sich weiterhin als Teil des Unternehmens zu sehen. Zusätzlich ist die Vernetzung auf den Business-Plattformen wie XING und LinkedIn eine Möglichkeit, um den Werdegang weiter zu verfolgen. Dadurch werden Möglichkeiten geschaffen, über das Unternehmen und den Ex-Mitarbeiter informiert und in Kontakt zu bleiben.

Was haben Sie bei Ihrem Ausflug gelernt?

Die Verankerung in der HR-Strategie muss sich auch im Recruiting-Prozess widerspiegeln. Ein (Wieder-)Einstellungsgespräch sollte andere Fragen enthalten als eines für neue, unbekannte Kandidaten. Auch ist entscheidend, in welche Position der Ex-Mitarbeiter zurückkommen kann oder möchte – die vollen Vorteile schöpfen Sie als Unternehmen aus, wenn sich der Kandidat weiterentwickelt hat und mit seinem Erfahrungsschatz im Unternehmen beitragen kann. Die Entscheidung muss bewusst getroffen werden, ob er auf eine gleichwertige Position zurückkommt oder einen Aufstieg im Unternehmen macht. Diese Punkte sind im Recruiting-Prozess zu hinterfragen und erfordern somit andere Fragestellungen im Einstellungsgespräch.

Fazit

Unternehmen suchen immer mehr nach kreativen und innovativen Wegen im Recruiting, um potenzielle Mitarbeiter zu gewinnen – Boomerang Recruiting ist eine relativ einfache Methode, um das zu erreichen. Wenn ehemalige Mitarbeiter im Zuge des Ausscheidens und darüber hinaus in positivem Kontakt mit dem Unternehmen sind, öffnen Sie eine Tür im Unternehmen, die viele Vorteile bringen kann.

Bildquellen
Shutterstock

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