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Quo vadis Slowakei?

Von | 07.07.2020
Internationales Recruiting | Unternehmens-/ Personalentwicklung

Eine Analyse des slowakischen Arbeitsmarktes in der Krise – Ein Einblick und Gastbeitrag von Frau Ing. Katarína Radu – Geschäftsführende Gesellschafterin von TRESCON–Slowakei

Als die Manager zu Beginn dieses Jahres ihre Geschäftszahlen planten, hat wohl niemand mit dem plötzlichen Auftreten einer Krise gerechnet, die ihre Ursache komplett unabhängig von ökonomischen Bedingungen hat – der Pandemie, die weltweit nahezu keine Region verschont.
 

Nach dem ersten Schock begannen die einzelnen Staaten mit jeweils unterschiedlich restriktiven Maßnahmen auf diese Situation zu reagieren, alle mit dem Ziel, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen.
 

Die Slowakei hat prompt umfassende Maßnahmen gesetzt, mit dem Ergebnis, dass die Opferzahlen vergleichsweise gering ausgefallen sind (SK 1.576 jemals bestätigte Infizierte, 28 Tote, Ö: 17.261 Infizierte, 688 Tote; Quelle: John Hopkins University, Stand 19.06.20, 12:00 Uhr). Da der Fokus der slowakischen Wirtschaft auf der Industrie - insbesondere der Automotive Industry - liegt, mussten viele Werke vorübergehend komplett geschlossen werden. Nicht nur die Zulieferunternehmen der Automobilindustrie, sondern auch Unternehmen anderer Bereiche waren von den Produktionsrückgängen stark betroffen. Aber auch im Dienstleistungssektor war die Angst vor drohender Insolvenz stark spürbar.
 

Konkret hat die Slowakei unter anderem folgende Maßnahmen gesetzt: Kurzarbeit, in Österreich und Deutschland längst üblich, wurde kurzfristig und improvisiert umgesetzt. Andere Unterstützungsmaßnahmen, wie z.B. die Zahlung von Beiträgen an Unternehmen entsprechend dem jeweiligen Umsatzrückgang, Aufschub von Arbeitgeberabgaben, Verlängerung der Laufzeit von Vorschüssen für die Krankenversicherung, Mietzuschüsse und viele andere werden angeboten.
 

Heute (Status 2. Junihälfte) können viele Unternehmen wieder „atmen“ und arbeiten mehr oder weniger im „normalen Modus“.

Die Welt hat sich jedoch verändert und den Unternehmen ist bewusst geworden, dass sie nur dann überleben werden, wenn sie sich flexibel anpassen können. Für viele Unternehmen ist es jetzt  entscheidend, kein einseitiges Portfolio zu haben, sondern das Risiko zu diversifizieren.
 

Die Slowakei galt bisher als effizienter und preissensibler „Produktionsstandort“, insbesondere für die Automobilindustrie. Heute ist es wichtiger denn je, sich vor allem auf Forschung und Entwicklung zu konzentrieren. Die Zukunft sind Mehrwertlösungen. Die Säulen der slowakischen Wirtschaft sind jedoch kleine und mittlere Unternehmen (SME), in denen fast 75% der aktiven Beschäftigten arbeiten. Sie werden die Auswirkungen der Coronakrise am meisten spüren. Diese Zeiten sind eine Herausforderung für uns alle - für jeden Einzelnen, die Unternehmen und den Staat. Jetzt ist es wichtig, einen Krisenplan und Strategien zu haben, um flexibel reagieren und Finanzreserven bilden zu können.
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Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf den slowakischen Arbeitsmarkt? Bereits heute ist bekannt, dass die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr um über 2,3% gestiegen ist (Mai 2019: 4,88%, Mai 2020: 7,2%). Dies betrifft hauptsächlich die Industrie und den Dienstleistungssektor. Diese Zahlen werden weiter steigen, wobei für das dritte Quartal dieses Jahres eine leichte Wirtschaftsbelebung erwartet wird. Analysten berichten, dass die Arbeitslosenquote, die Ende letzten Jahres unter fünf Prozent lag, dieses Niveau erst wieder nach vier Jahren erreichen wird. Bei qualifizierten Arbeitskräften wird sich jedoch der Arbeitsmarkt weiter verschärfen. Die Nachfrage nach erfahrenen Managern, Spezialisten, die "out of the box" denken und sich Herausforderungen stellen können, wird weiter steigen. Überleben werden jene, die über die Grenze des traditionellen Business hinaus denken, die Alternativen und Mehrwert bringen können. Die Welt wird noch schneller digitalisiert und automatisiert und Unternehmen müssen darauf flexibel reagieren. Umso mehr brauchen Unternehmen heute starke Führungskräfte / Krisenmanager, die das Unternehmen in schwierigen Zeiten voranbringen, qualifizierte Mitarbeiter halten und sie zu besseren Leistungen motivieren können. Gleichzeitig geben sie ihnen in diesen unsicheren Zeiten ein Gefühl von Stabilität und Gleichgewicht. Jede Krise bringt Verlierer, aber auch viele Chancen. Manager, Spezialisten oder „einfaches“ Personal – jeder kann Träger von Veränderungen und Chancen sein. Daher sollte man sichunbedingt auf die Mitarbeiter konzentrieren, nicht nur auf die Zahlen.

 

Sollten Sie sensible und strategisch wichtige Personalthemen in der Slowakei besprechen wollen, dann treten Sie mit unserer Expertin vor Ort in Kontakt.

Frau Ing. Katarína Radu​​​​​​​ ist Geschäftsführende Gesellschafterin von TRESCON-Slowakei und spricht fließend Deutsch und Englisch. 

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Bildquellen
Shutterstock, TRESCON

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