Welche Rolle spielt der Jobtitel?

Von | 16.01.2018
Candidate Journey

Der erste Eindruck zählt - und bei Stellenangeboten ist das der Jobtitel, der Wirken muss. Für den Kandidaten ist der Jobtitel nicht nur eine wichtige Informationsquelle, sondern auch das Erste, das bei einer Online-Suche in der Google-Auflistung angezeigt wird.

Somit entscheidet schon genau dieser Titel über den weiterführenden Klick auf die Anzeige.
Das bedeutet: Der Jobtitel muss möglichst präzise und aufschlussreich sein

Genau hier beginnt jedoch die Problematik: Unternehmen müssen sich bei der Suche nach einem passenden Jobtitel in die Rolle der Bewerber hineinversetzen. Als Suchbegriffe werden hier die gelernten Qualifikationen oder die angestrebte Stelle angegeben, kaum jedoch Fantasiebegriffe wie „Rockstar“, „Ninja“ oder „Guru“.

Verdeutlichen wir dies anhand eines Beispiels: Wenn Sie ein neues Auto suchen, werden Sie vermutlich Google nicht nach einem „flinken Flitzer“ befragen oder bei der Suche nach einer neuen Wohnung nach einer „Zum Wohnen geeigneten Stahlbeton-Konstruktion“. Warum meinen Sie dann, eine Rezeptionistin mittels „Nachteule mit Organisationstalent“ oder „Answer Bar Representative“ zu finden?

Länge und Struktur des Jobtitels

Ein guter Jobtitel sollte nicht länger als 70 Zeichen (inkl. Leerzeichen) sein. Somit sind dies insgesamt zwei bis sechs Wörter, die für einen aussagekräftigen Jobtitel zur Verfügung stehen.

Die ersten beiden Plätze bilden das Fundament des Titels und sollen somit Begriffe enthalten, nach denen die Mehrheit potenzieller Kandidaten suchen würde. Wird ein „Frontend Entwickler“ gesucht, sollen diese beiden Begriffe auch vorhanden sein und nicht etwa „Frontend Ninja“ oder „Mitarbeiter für“.

Erst wenn das Fundament steht, können weitere Begriffe hinzugefügt werden. Dies kann die hierarchische Einordnung der Stelle z.B. Junior, Senior, Leitung, etc. oder die genaue Branchenbezeichnung wie z.B. Verkauf, Einzelhandel, Industrie o.Ä. sein. Programmiersprachen oder Fremdsprachen, falls diese essentiell für den Job sind, sowie Einsatzort und Zeitraum wie Vollzeit oder Praktikum können den Titel abrunden. 

Somit ergibt sich zunächst der Titel „Frontend Entwickler HTML Javascript Linz“. Hier bleiben noch Zeichen übrig für das obligatorische „m/w“. Zur besseren Auffindbarkeit in Google bitte immer an allerletzte Stelle im Titel platzieren. 

Und erst dann kann mittels Füllwörtern die Titeldefinition abgeschlossen werden „Frontend Entwickler HTML, Javascript in Linz (m/w)“ ergibt somit (perfekt) 50 Zeichen. 

Relevanz der Begriffe

Für einen guten Jobtitel sollen Begriffe bzw. Kombinationen gewählt werden, die am wahrscheinlichsten gesucht werden. Dies kann mittlerweile leicht mittels Online-Tools getestet werden.

Popularität testen

Eine Möglichkeit ist der Google Test, hierbei wird in Google nach den entsprechenden Jobtiteln gesucht (Befehl: allintitle:). Versuchen wir dies mit dem „Frontend Entwickler“ vs. „Frontend Ninja“ steht es hier 20.300 zu 416 Ergebnissen. Somit würde sich als Fundament wohl eher der „Frontend Entwickler“ anbieten. 

Google Suggest Tool

Gibt man in der Suchmaske den Jobtitel ein, schlägt Google automatisch die am häufigsten gesuchten Begriffe vor. So kann man auf neue gute Ideen kommen:

Google Trends

Um die Popularität mehrerer Titelvarianten zu vergleichen, lohnt sich eine kurze Analyse mit Google Trends: Hier wird der Suchverlauf der einzelnen Begriffe oder Begriffskombinationen in Abhängigkeit von gewählter Region, Zeitraum und Kategorie grafisch dargestellt.

Versuchen wir das mit den drei Begriffen „Frontend Entwickler/Ninja/Programmierer“, sehen wir deutlich, dass weltweit in den letzten Jahren am häufigsten nach dem Begriff „Frontend Entwickler“ gesucht wurde. Bedeutet somit im Umkehrschluss - warum so viele Suchanfragen durch den falschen Jobtitel verlieren?

Klassische Jobtitel wie „Einkäufer“, „Buchhalter“ oder „Geschäftsführer“ sind noch lange nicht out und gehören nur gekonnt in Szene gesetzt, um die Stelle auch erfolgreich zu besetzen.
  
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